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Die Sonnenfinsternis vom 6. Januar 2019
von Claude Weiss

7. Januar 2019 - Update vom 9. Januar 2019

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Fig. 1
Sonnenfinsternis Januar 2019 für Brüssel
6. 1. 2019, 2:28 LT, 1:28 GT

Brüssel, B (50N50, 4E20)
Koch

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Fig. 2
Sonnenfinsternis Jan. 2019 für Washington
5. 1. 2019, 20:29 LT, 1:29 GT (6.1.2019)
Washington, USA (38N53, 77W02)
Koch

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Fig. 3
Donald Trump
14. 6. 1946, 10:54 LT, 14:54 GT
Jamaica/Queens/NY, USA (40N43, 73W47)
Koch

In der Dezember-Nummer von Astrologie Heute wurde die Sonnenfinsternis vom 6. Januar 2019 im Artikel „Die Sonnenfinsternis vom Januar 2019 und die Saros-Serie 2 Süd“ folgendermassen beschrieben:

„Die erste wichtige Lunation des neuen Jahres ereignet sich als Sonnenfinsternis in Europa am frühen Morgen des 6. Januar 2019 (für Brüssel, faktische Hauptstadt der EU, in Fig. 1 aufgezeichnet). Uranus steht am Deszendenten, und alle Planeten befinden sich in der unteren Hälfte des Horoskops. Praktisch für ganz Europa, von London bis Moskau, findet die grosse Konjunktion zwischen dem Neumond, Saturn und Pluto im Steinbock-Zeichen im dritten Haus statt. Die von den Häuserstellungen unabhängigen Aspekte gelten für die ganze Welt, und sie zeigen jeweils ein Quadrat zwischen Merkur in Steinbock und Mars in Widder sowie zwischen Jupiter in Schütze und Neptun in Fische. Die Venus in Skorpion bildet im Weiteren ein genaues Trigon zum Chiron in Fische und einen Quinkunx zum Uranus in Widder.

Diese Konstellationen lassen sich folgendermassen deuten: Der Neumond im Steinbock-Zeichen liegt in der Halbsumme von Saturn und Pluto und aktiviert die kommende Saturn/Pluto-Konjunktion, indem er zwischen den beiden noch knapp 9 Grad auseinanderliegenden Gestirnen eine Brücke schlägt. Später im Jahr (April bis Mai) rücken Saturn und Pluto bis auf weniger als 3 Grad zusammen, und dies geschieht in der Nähe des absteigenden Mondknotens, auf dem sich in der ersten Jahreshälfte zuerst Pluto und danach Saturn aufhalten. Zur exakten Konjunktion zwischen beiden kommt es dann bekanntlich am 12. Januar 2020.

Aus der Nähe der beiden Planeten zueinander können wir aber bereits für 2019 schliessen, dass Themen von Saturn/Pluto – wie Machtmissbrauch, Schulden, Ängste und Intoleranzen – ebenso zunehmen wie protektionistische Abgrenzungen und pessimistische Börsenbewertungen. Die Neigung ist unter solchen Konstellationen gross, Schuldige für die eigenen Versäumnisse zu finden, und dies setzt ein bedenkliches Schwarzpeterspiel in Gang, umso mehr, als es zusätzlich zum zwischen Merkur im kontrollierten und zu Vorwürfen geneigt machenden Steinbock- und Mars im aggressiven Widder-Zeichen stattfindenden Quadrat auch zu einem Halbquadrat zwischen Merkur und Lilith sowie Mars und Lilith kommt, die selbst im erfinderischen Wassermann-Zeichen und im patriotischen vierten Haus steht.

Dieser eher zur Schwarzmalerei geneigt machenden Konstellation, die inklusive Merkur mit fünf Gestirnen im Steinbock-Zeichen und im dritten Haus zu liegen kommt, steht ein zu Überoptimismus und starkem Wunschdenken verführendes Quadrat zwischen Jupiter (in seinem eigenen Zeichen Schütze und im zweiten Haus) sowie Neptun (ebenfalls in seinem eigenen Zeichen Fische und im fünften Haus) gegenüber. Unter einer solchen Kombination scheint es naheliegend, dass Spekulationsfieber und Angst vor Abstürzen an der Börse und der Eintrübung wirtschaftlicher Situationen nebeneinander Bestand haben. Eine weitere Entsprechung dieser widersprüchlichen Doppelthematik sind auf der einen Seite Grenzen, die geschlossen werden, um sich vor anderen Mentalitäten wie auch vor befürchteten Verlusten zu schützen, und Grosszügigkeit und Hilfsbereitschaft auf der anderen Seite.“

 

Aktuelle Entsprechungen

Da die Sonnenfinsternisse bereits 1 ½ Monate bevor sie stattfinden und 4 Monate danach wirksam sind, ist es naheliegend, dass wir bereits mit einigen Themen der Sonnenfinsternis in Kontakt gekommen sind. Dazu gehören für Europa Pannen, Blockaden, Krisen der Demokratie und Machtmissbrauch im Zusammenhang mit der Kommunikation von Informationen. So ist in Frankreich Präsident Macron im Moment ratlos, wie er mit den neu wieder aufflackernden Revolten der Gelbwesten umgehen soll. Zur gleichen Zeit zerbricht man sich in Deutschland den Kopf über die rätselhaften Pannen im Zusammenhang mit der Cyberabwehr. Dass gestohlene Daten von Politikern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens schon seit Wochen im Internet zirkulieren, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) dies offenbar jedoch nicht merkte, erstaunt. Dabei scheint es sich nach neusten Angaben um die Handlung eines Einzeltäters zu handeln, der inzwischen verhört wurde. Er scheint Persönlichkeiten aufs Korn genommen zu haben, über die er sich ärgerte. Der Signatur von Saturn und Pluto am absteigenden Mondknoten im Steinbock-Zeichen und im dritten Haus würde dies durchaus entsprechen.

Über das Thema des Machtmissbrauchs im Zusammenhang mit Medien wurde bereits in unserem Artikel vom 4. Januar, „Ignoranz und mieser Journalismus – Die bedenklichen Maschen auch angesehener Medien“, berichtet. Auch das Thema von nebeneinander bestehendem Spekulationsfieber und der Angst von Abstürzen an der Börse sowie der Eintrübung wirtschaftlicher Situationen war ein Charakteristikum der letzten Dezemberdekade und des Anfangs des neuen Jahres.

 

Shutdown als Machtprobe

Blockaden durch Machtkonflikte sind in aller Deutlichkeit in den USA mit dem „Shutdown“ der Regierung zu beobachten, wobei das Bestehen des Präsidenten auf Kreditzusagen für seine Mauer zu Mexiko im Vordergrund steht. Die für Washington aufgezeichnete Sonnenfinsternis (Fig. 2) wiederholt interessanterweise das Häusersystem des Präsidenten Donald Trump. So ereignet sich die Sonnenfinsternis mundan im fünften Haus des Landes und im fünften Haus von Donald Trump, was wahrscheinlich bei ihm den Eindruck verstärkt, er könne durch eigenwilliges, „königliches“ Auftreten die Agenda durchsetzen, die sich seine Fans und Stammwähler (elftes Haus, in welchem Merkur und Venus/Saturn stehen) wünschen. Diese Stellungen werden in Trumps Horoskop (Fig. 3) durch den Saturn und den Pluto der Sonnenfinsternis in Form einer Opposition aktiviert. Dass der Präsident sich in einer solchen Zeit forsch und aggressiv gibt, ist mit Trumps Radix-Mars auf dem Aszendenten der Finsternis und der dadurch stattfindenden Verstärkung der Mars/Aszendent-Konjunktion von Trump naheliegend. Reloziert man übrigens Trumps Horoskop auf Washington, kommt dessen Mars exakt auf den AC zu stehen, was die Wirkung des Sonnenfinsternishoroskops im Zusammenhang mit den Auslösungen von Radix-Stellungen des Präsidenten nochmals intensiviert.

 

Saros-Serie 2 Süd: Umkehrpunkt an der Börse, politische Neuorientierung

Die Zugehörigkeit der Finsternis vom 6. Januar 2019 zur Saros-Serie 2 Süd erzeugt eine Verbindung zwischen der gegenwärtigen Finsternis, jener vom 25. Dezember 2000, der Sonnenfinsternis vom 15. Dezember 1982 und weiteren, die sich jeweils im Abstand von 18 Jahren und 10–11 Tagen früher ereigneten. Bezogen auf die Börse zeigen sich dabei interessante Zusammenhänge, die auch dadurch bekräftigt werden, dass um die Zeit der Finsternisse dieser Serie oder kurz danach im letzten Jahrhundert immer auch markante Saturn/Pluto-Aspekte stattfanden; dies in Form von Konjunktionen (jetzt) oder Oppositionen (letztes Mal im Dezember 2000), Konstellationen die markante Umschläge andeuten. Weiss man, dass kurz nach der Sonnenfinsternis vom 25. Dezember 2000 der seit der letzten Sonnenfinsternis dieser Serie von 1982 andauernde Boom-Markt der Aktien (18 Jahre, mit kurzer Unterbrechung zwischen 1987–1990) zu Ende ging, sodass die Aktien ab 2001 zu einem Bärenmarkt wechselten, der bis zum Herbst 2002/Frühjahr 2003 andauerte – fühlt man sich zur Vorsicht ermahnt, denn es kann sich um ein Phänomen handeln, welches sich 18 Jahre später auch dieses Mal ereignet. Aus dieser Sicht liesse sich nicht ausschliessen, dass die grossen Veränderungen an den Aktienmärkten, die wir aus astrologischer Sicht normalerweise für 2020 erwarten, sich möglicherweise schon früher anbahnen, wozu vielleicht die kürzlich erlebten Korrekturen gehören.

Man bedenke aber auch, dass die Finsternisse dieser Serie in der Vergangenheit häufig mit grundlegenden Regierungs- oder Systemwechseln zu tun hatten, wie dies z. B. in der Sowjetunion und in Russland die Absetzung Chruschtschows im Jahre 1964, der Tod Breschnews 18 Jahre später, 1982, und die Präsidentschaft Putins weitere 18 Jahre später, 2000, anzeigen. Auch in Deutschland scheint dieser Zyklus zu greifen, wenn man bedenkt, dass zur Sonnenfinsternis vom November 1946 noch vor Gründung der Bundesrepublik Konrad Adenauer daran war, seine politische Profilierung auszubauen, um danach mit der Gründung des neuen Staates Kanzler zu werden, er im Oktober 1963 zurücktrat, aber weiterhin Vorsitzender der CDU blieb, sodass er 1964 auf seinen Nachfolger Ludwig Erhardt ein Auge haben konnte, sich danach sehr bald die SPD-Kanzler Willy Brandt und Helmut Schmidt profilierten, bevor es weitere 18 Jahre später, 1982, Helmut Kohl gelang, Helmut Schmidt zu stürzen. Zwar musste Kohl dann 1998 das Kanzleramt an Gerhard Schröder abgeben, aber er blieb bis Anfang 2000 Ehrenvorsitzender der CDU. Das Amt der CDU-Vorsitzenden übernahm dann im gleichen Jahr Angela Merkel, die dieses bis zur gegenwärtigen Sonnenfinsternis im Januar 2019 behielt.

Diese Etappen zeigen, wie wichtig die Finsternisse dieser Serie für das Entstehen und den Fall von Regierungen ist.

Allgemein lassen sich die Qualitäten dieser Finsternis-Serie folgendermassen beschreiben:

„Ungewöhnliche Anziehungen und besondere Situationen in Beziehungen, welche mit einer Aufbruchstimmung, aber auch einer Neigung zu plötzlichen, unüberlegten Aktionen gekoppelt sind. Es entstehen neue Bündnisse und Gruppenzugehörigkeiten, die teils einer spontanen Anziehung, teils auch einem plötzlich erwachenden Idealismus entspringen. Mit der Mondknotenachse in der Halbsumme von Neumond/Chiron und mit Saturn in der Halbsumme von Lilith/Chiron und von Venus/Lilith (in der Muttereklipse) erzeugt das Bedürfnis nach Veränderung vonseiten aktiver Personen aber auch viel Leid und Schmerz bei Menschen, die in einer passiven Rolle solchen abrupten Prozessen ausgesetzt sind.“ (Zitiert aus Astrologie Heute Nr. 88, Dezember 2000/Januar 2001)

Für weitere Informationen verweisen wir auf Astrologie Heute Nr. 196 (Dezember 2018/Januar 2019).

 


 
Claude Weiss, beschäftigt sich seit 50 Jahren mit Astrologie; Herausgeber der Zeitschrift ASTROLOGIE HEUTE; gründete 1978 die Astrodata AG, welche astrologische Textanalysen anbietet; Präsident des Schweizer Astrologenbundes (SAB); gefragter Referent an internationalen Kongressen. Bücher: «Warum wir uns inkarnieren - Das Geheimnis des karmischen Neumondes», «Horoskopanalyse» Band 1 und Band 2 (Band 2 ist in einer überarbeiteten und stark erweiterten Neuauflage erhältlich), «Karmische Horoskopanalyse», Band 1 und Band 2, Mitautor der Bücher «Pluto – Eros, Dämon und Transformation», «Die Lilith-Fibel», «Wendezeit 2010-2012», «Visionen einer neuen Zeit», E-Mail an Claude Weiss

 

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